|
Gefahr Straßenverkehr
Im Straßenverkehr sterben zahllose Igel. Aufmerksame, rücksichtsvolle
Fahrweise und die Beachtung von Geschwindigkeitsbeschränkungen - insbesondere
in der Dämmerung und bei Nacht im Bereich durchgrünter Siedlungsbereiche
- verringern den Blutzoll.
Achtung beim Gebrauch von Gartengerät
- Rasenmäher, Tellersensen, Kantenschneider
Durch Mähen unter Sträuchern, Hecken und an unübersichtlichen Stellen werden
viele Igel, die dort gerne ihren Tagschlaf halten, verstümmelt oder
tödlich verletzt. Hohes Gras sollte man nur nach vorheriger Nachschau schneiden
oder - noch besser - ganz darauf verzichten.
- Mistgabeln
Beim Umsetzen von Komposthaufen etc. muss man vorsichtig zu Werke gehen. Igel
könnten dort ihren Unterschlupf haben.
- Laubsauger
Laubsauger saugen nicht nur Laub, sondern auch Kleinlebewesen (Igelnahrung)
und sogar kleine Igel auf. Wenn sich der Einsatz eines solchen Geräts nicht
vermeiden lässt, sollte das Laub mit einer niedrigen Stufe der Blasfunktion unter
Büsche und Hecken gepustet werden.
Vorsicht beim Einsatz von Gift
Insektenmittel, Unkrautvertilger und chemische Düngemittel stören das ökologische
Gleichgewicht in einem Garten empfindlich. Außerdem sind gesundheitliche Schäden sowohl durch
äußerlichen Kontakt als auch durch die Aufnahme mit der Nahrung nicht auszuschließen. Die
Alternative: Biologisches Gärtnern! Verzichten Sie auf:
- Insektenvernichter
- Unkrautvernichter
- Schneckenkorn
- Kunstdünger
Einzäunungen und Netze
Drahtzäune können Igeln zur Falle werden, sie verletzen oder in ihrer
Freizügigkeit einschränken. Pflanzen Sie Hecken, wählen Sie für Igel
frei durchgängige Tore!
- Maschendrahtzäune
In grobmaschigen Maschendrahtzäunen bleiben Igel beim Durchschlüpfen
leicht hängen. Abhilfe: Entweder bringt man den Zaun von vornherein so
an, daß Kleintiere darunter durchkriechen können, oder man biegt den
Draht an einigen Stellen nach oben.
- Elektrische Zäune, Schafszäune
Elektrische Weidenetze, wie sie vielfach in der Schafhaltung verwendet
werden, sind für Igel eine Todesfalle, wenn stromführende Drähte zu dicht
am Boden entlang führen. Alternative: Die Verwendung flexibler
Zaunsysteme ohne vertikale Litzen.
- Vogelnetze im Obst und Weinbau, Fischernetze
Netze über Beerensträuchern sollen nicht bis zum Boden herunterhängen.
Igel und Vögel können sich darin verwickeln. In Weinbergen müssen die
Netze straff gespannt sein und einen Abstand von 40 cm zum Boden
haben. Fischreusen und -netze, auch Angelschnüre dürfen nicht achtlos
im Freien - z.B. auf Campingplätzen - abgelegt werden!
- Schnüre, bzw. Folien von Heu- und Strohballen, Drahtrollen
In und um landwirtschaftliche Betriebe verfangen sich Igel immer wieder in
unachtsam liegengelassenen Strohbändern und Folienresten oder werden
sogar mit letzteren "entsorgt". Drahtrollen sollte man nicht am Boden
lagern, wo sie ebenfalls Igel gefährden können.
Absturzgefahr
- Gruben, Schächte, Gräben
Oft fallen Igel in steilwandige Gruben, Schächte, Gräben oder
ebenerdige, betonierte Kompostbehälter, aus denen sie allein nicht mehr
herauskommen. Deshalb legt man ein Brett als Ausstiegshilfe hinein oder
man böscht z.B. das Ende eines Grabens mit Erde schräg an (Rampe). Machen
Sie diesen Vorschlag auch Arbeitern, die mit Leitungsbau (Gas, Strom,
Wasser, Telefon und TV-Kabel) beschäftigt sind!
- Kellerfenster und Lichtschächte
Damit Igel und andere Kleintiere nicht in Kellerfenster oder Lichtschächte
fallen, sollten diese mit engmaschigem Gitter gesichert werden.
- Kellertreppen
Igel, die eine Kellertreppe hinab gefallen sind, können sich leicht retten,
wenn man auf jede Stufe seitlich einen Ziegelstein legt, um die Stufenhöhe
zu verringern.
- Schwimmbecken und Gartenteiche
In steilwandigen Gartenteichen und Schwimmbecken können Igel
jämmerlich ertrinken. Ein hineingelegtes Brett mit Querleisten oder
eine Schilfmatte (an beiden Enden mit Steinen beschwert) als Ausstiegshilfen
können lebensrettend sein.
- Hülsen von Wäschespinnen, Fahnenmasten etc.
Obwohl solche Hülsen recht eng sind, können kleine Igel hineinfallen.
Hülsen von Wäschespinnen sollten mittels der daran angebrachten Deckel
verschlossen werden, Löcher von Masten sichert man z.B. mit einem Holzpfropf.
- Gullys
Ebenerdige Gullys auf Straßen und die Abflussschächte in
Weinbergen sind tödliche Fallen für Igel und andere Kleintiere, die darin
verhungern oder ertrinken. Engere Gitterstäbe oder Ausstiegshilfen bieten
den Tieren eine Chance, sich zu befreien. Im Weinbau gibt es bereits
tierfreundliche Konstruktionen, die solche Unfälle verhindern.
Garten- und Brauchtumsfeuer
Unmittelbar vor dem Verbrennen von Gartenabfällen - soweit dies überhaupt
gestattet ist - sollten die Haufen vorsichtig umgesetzt werden. Igel könnten
sich darunter versteckt halten. Das gleiche gilt für Brauchtumsfeuer.
Einsperren in Gartenhäusern, Garagen etc.
Manchmal werden Igel versehentlich in Garagen, Gartenhäuschen, Geräteschuppen
oder Treibhäusern eingesperrt. Wird eine kleine Ausschlupföffnung oder eine
nur von innen aufschwenkbare Klappe in Wand oder Tür eingebaut, kann das
Tier schnell entkommen.
Jagdlustige Hunde
Jagdlustige Hunde können Igel schwer verletzen oder töten. Igel sterben
auch meist, wenn Hunde sie aus dem Winterschlafnest ausgraben. Hunde
sollte man im Freien unter Aufsicht halten, abends beim Gassigehen
anleinen und sie im Dunkeln nicht frei im Garten herumtoben lassen.
Nachts kein Futter in Hundezwingern stehen lassen!
Büchsen, Becher, Plastiktüten, Müllsäcke
In achtlos weggeworfenen Behältnissen - z.B. Katzen- oder Hundefutterdosen,
Joghurtbechern - suchen Igel neugierig nach Resten und verklemmen sich
womöglich. Wenn die Igel nicht entdeckt werden, sind sie zum Tode verurteilt.
Plastiktüten und volle Müllsäcke ("Gelbe Säcke") sollten
zugebunden sein und nicht unnötig lang im Freien stehen. Unterschlupfsuchende
Igel zerreißen die Folie, kriechen hinein und werden mit der Müllabfuhr
abtransportiert. Ebenfalls gefährlich sind die Plastiktrageringe von
Getränkedosen.
Mäuse- und Rattenfallen, Giftköder
Fallen sollten mindestens 50 cm hoch auf Tische, auf oder in Kisten, auf
Mauern oder Bretterstapel gestellt werden, so dass sie nur von den Nagern,
nicht aber von Igeln erreicht werden können. Ebenso verfährt man mit
Giftködern. Diese bringt man jedoch zusätzlich in engen Röhren unter,
um z.B. Vögel oder Eichhörnchen nicht zu gefährden.
|